Kauf und Aufbau eines Feuerplatten-Sets (Teil 2) mit Waschmaschinentrommel-Einbau & Einbrennen

Kauf und Aufbau eines Feuerplatten-Sets (Teil 2) mit Waschmaschinentrommel-Einbau & Einbrennen

von unseren Gastautoren Joe & Markus, die den Blog Futterattacke.de betreiben

Bis vor kurzem mussten die Hobbygriller ein gebrauchtes Ölfass kaufen und dies zu einer Feuertonne umbauen. ABER: Die Zeiten in denen Stahlfässer geleert, gesäubert und ausgebrannt werden mussten, um sie als Feuertonne nutzen zu können, sind vorbei.

Bei Grillrost.com kann man zur Feuerplatte direkt die Feuertonne dazu bestellen. Die Feuertonne kann man sich auch mit seinem eigenen Logo personalisieren lassen. Einige einfache Handgriffe sind aber auch jetzt noch erforderlich, bevor die Feuerplatte in Betrieb genommen werden kann.

Wir zeigen euch an dieser Stelle, wie die Tonne mit der Waschmaschinentrommel zusammengebaut wird, dann zum ersten Mal eingeheizt und eingebrannt wird und anschließend darauf das erste Mal gegrillt wird. Der Aufbau ist aber leicht auch von Menschen zu bewältigen, die kein handwerkliches Talent besitzen.

Damit ein Feuer in dem Fass brennen kann, benötigt man einen Korb, der in das Fass eingelassen wird. Dazu eignet sich eine ausgediente Waschmaschinentrommel eines Frontladers, die man auf dem Schrottplatz oder im Internet für wenig Geld erwerben kann.

Damit die Waschmaschinentrommel in der Feuertonne hängen kann, werden drei Karabinerhaken, drei Schäkel und drei kurze Stücken einer Gliederkette aus dem Baumarkt benötigt.

Der Aufbau

Wenn das Fass geliefert wird, muss zunächst der Sprengring entfernt werden. Danach legt man das Fass auf die Seite und klopft vorsichtig mit einem Hammer unter den Rand des Deckels. Ein Handtuch sorgt dafür, dass dabei keine Beulen entstehen. Bald schon löst sich der Deckel ganz leicht.

Übrigens, dass Fass gibt dank des mitgelieferten Deckels auch einen hervorragenden Partytisch ab, wenn darin gerade kein Feuer brennt.

Nun baut man mit den mitgelieferten Schrauben und Muttern den aus drei Teilen bestehenden Abstandshalter zusammen.

Dieser wird mittig auf das Fass gelegt. Die angebrachten Zähne sorgen für einen festen Halt auf dem Fass.

Bei der Gelegenheit sollte man das Fass mit Hilfe einer Wasserwaage ausrichten, sonst sammeln sich später Flüssigkeiten auf einer Seite der Feuerplatte. Dort wo die Auflagen des Abstandshalters auf dem Rand des Fasses liegen, markiert man die Außenseite des Fasses mit einem Kreuz. Mit Hilfe eines Metallbohrers sorgt man an diesen drei Stellen für ein Loch im Fass.

Das Stück der Kette wird durch den Schäkel gezogen und der Schäkel am Fass befestigt.

Manchmal besitzen Waschmaschinentrommeln schon drei Bohrungen für eine Aufhängung. Ist das nicht der Fall, muss die Trommel mit drei Löchern versehen werden. Durch je ein Loch wird einer der Karabinerhaken gezogen.

So verbunden kann man die Trommel in die Feuertonne hängen

Mit Hilfe der Ketten lässt sich die Waschmaschinentrommel in der Höhe verstellen. Auf diese Weise hat man Einfluss auf die Höhe der Temperatur, die die Feuerplatte ausbildet. Für den Anfang sollte man die Trommel nicht zu tief in die Tonne hängen.

Nun kann der Abstandshalter wieder mittig auf das Fass gesetzt werden. Die Feuerplatte wird nun von zwei Personen auf den Abstandshalter gelegt. Die Auflageleisten sorgen für einen sicheren Halt auf dem Fass.

Wenn die Feuertonne über keine Öffnungen in der Wand verfügt, muss sie mit Luftlöchern am Boden versehen werden. Dabei leistet der Metallbohrer wieder gute Arbeit. Bei dem Feuerfass mit Logo ist das nicht erforderlich.

Nun wird die Feuerplatte mit warmen Wasser und einem Lappen gründlich abgewischt, um Verunreinigungen zu entfernen. In ihrem jetzigen Zustand sollte die Platte aber nicht über einen längeren Zeitraum mit Wasser in Berührung kommen, da sich sonst Rost bilden kann. Am besten man wartet nun nicht mehr lange und entzündet das erste Feuer für den Ring.

Feuer frei

Um ein Feuer in der Waschmaschinentrommel zu entzünden, legt man zunächst ein paar feste Grillanzünder auf den Boden und stellt ein paar kleine Holzscheite wie ein Zelt über die Anzünder.

Dank des Kamineffekts fängt das Holz schnell Feuer. Wenn es sicher brennt, kann man weitere Holzscheite nachlegen. So sorgt man für die nötige Hitze auf der Platte.

Feuerplatten bestehen aus gewalztem Stahl. Aus diesem Grund bilden sie eine Wölbung aus, wenn man sie stark erhitzt, während sie waagerecht aufliegen.

Diese Wölbung muss zu dem mittig angebrachten Loch hin ausgerichtet sein, damit Flüssigkeiten wie Öl oder Marinade dorthin fließen können. Wenn man beim ersten Erhitzen der Feuerplatte feststellt, dass sich die Wölbung zum Rand hin ausbildet, muss der Grillring gedreht werden. Dazu sollte dieser unbedingt erst abkühlen, um Verletzungen zu vermeiden. Anderenfalls würden Flüssigkeiten beim zukünftigen Betrieb vom Rand des Grillrings tropfen.

Das Einbrennen

Eine Feuerplatte besteht nicht aus Edelstahl, sie kann also rosten, wenn sie z.B. dem Regen ausgesetzt wird. Man benötigt, wie bei Pfannen und Töpfen aus Gusseisen, eine schützende Patina auf dem Metall. Diese Patina entsteht, wenn man Öle auf dem Stahl über einen längeren Zeitraum erhitzt. Eigentlich braucht man den Grillring also nur möglichst häufig zu verwenden und die Patina wird sich von allein ausbilden.

Vor dem ersten Einsatz empfiehlt sich aber eine Behandlung der Platte mit Pflanzenöl und Hitze. Man nennt diesen Vorgang „Einbrennen“.

Hat sich der Grillring aufgeheizt, gießt man Pflanzenöl (Raps- oder Sonnenblumenöl) auf die Platte und verteilt dieses mit einem sauberen Tuch. Dabei sollte man die Hände vor Verbrennungen mit geeigneten Handschuhen schützen.

Den Vorgang wiederholt man über ca. 60 – 90 Minuten immer wieder. In der Nähe des Feuers sieht man schon bald Rauch und Verfärbungen des Stahls – die Patina bildet sich aus.

Um die Rückseite der Feuerplatte braucht man sich keine Gedanken machen. Sie wird durch den Ruß geschützt, der sich durch die Flammen dort ablagert.

Erste Grillübungen

Wenn die Platte mindestens eine Stunde lang eingeölt wurde und sauber ist, kann Grillgut aufgelegt werden. Das Grillen macht vom ersten Augenblick an Spaß. Auch wenn die Patina am Rand noch nicht perfekt ausgebildet ist – die aufgelegten Lebensmittel bleiben nicht auf der Platte kleben. Das Grillgut sorgt nach und nach für eine Ausbreitung und Verfestigung der Patina.


Über die Autoren dieses Beitrags:

Futterattacke Blog

Futterattacke, das sind Joe und Markus, zwei Freunde, die das gleiche Hobby teilen: Essen, Kochen und Grillen in allen Variationen. Wir betreiben unseren Berliner Foodblog mit dem Schwerpunkt Feuerplatten und Dutch Oven seit 2016. Ursprünglich als private Rezeptsammlung für Freunde geplant werden unser Blog und unsere Social Media Auftritte bei Instagram und Pinterest inzwischen von mehreren tausend Menschen in der Woche besucht.